Neo Rauch

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Die normalen Klausuren gehen wieder los. Und ich fühle mich so unglaublich demotiviert auch nur einen Finger dafür zu krümmen. Mach ich aber trotzdem. Verbissen umklammert die gekrümmte Hand Stift und Buch. Naja, oder so ähnlich. Hört sich aber eindrucksvoll an.

Heute morgen Kunst geschrieben. Eine dieser tollen Klausuren für die man nicht lernen kann und folglich auch nicht lernen braucht. Gegenstand unseres Interesses war ein Bild von Neo Rauch: Konvoi. Gehört in die Moderne. Aber Herr Rauch kann malen, doch das kann er wirklich. Die Aufgaben:

  1. Bildbeschreibung.
  2. Untersuchung des Abstrakten anhand der Kriterien Illusion und Richtigkeit nach Schmidt. (Heißt die Person Schmidt? Ich weiß es nicht mehr.)
  3. Deutung anhand von Hintergrundwissen.

Nach einer halben Seite dachte ich mir bereits, dass ich mich mit der Beschreibung kürzer fassen sollte, wenn es mit der (nach dem Abi nun gefühlt knapp bemessenen) Zeit hinhauen sollte. Zuletzt lief es bei mir darauf hinaus: Links mittig ist das, rechts unten dies und da unten mittig noch jenes.

Untersuchung des Abstrakten nach was für Kriterien? Erstes Gemurmel nach Austeilen der Aufgabenstellung. Antwort des Lehrers: Bekommen Sie jetzt. Kleiner Zettel mit sechs Punkten. Jeden nach und nach abgehakt und zum Schluss gekommen, dass das Bild kaum abstrakt ist.

Interpretation. Bei mir lief es darauf hinaus, dass sich der Künstler den übereifrigen Kritikern erwehren muss, die bisweilen schon mal rechtspolitische Botschaften herauslesen. Zitat aus dem Unterricht dazu:

1: „Es sieht auch aus, als ob der den Hitlergruß macht …“
2: „Der hebt bloß grüßend die Hand!!“

Dann noch auf eine Aussage von Neo Rauch eingegangen: Er mag es nicht seine Bilder zu interpretieren oder interpretieren zu lassen. (Habe ich zumindest so in Erinnerung.) Mein letzter Satz dementsprechend:

Verzeihen Sie, Herr Rauch.