Monthly Review of Strange Manga #9

Anime & Manga
3

JoJo's Bizarre Adventure

Im Namen von JoJo’s Bizarre Adventure steckt bereits eine gute Beschreibung. Der Manga ist bizarr auf vielen Schichten, angefangen beim Zeichenstil: Zeichner und Autor Araki gibt sich viel Mühe, möglichst viele Details reinzupacken – seien es die Klamotten der Protagonisten, ein Essensgericht oder eine übelaussehende Fleischwunde. Da ist ein Anspruch auf realisitische Darstellung. Der dann aber wieder komplett zerstört wird dadurch, wie sich die Charaktere bewegen – Assoziationen mit Ballett, Modesteg und rhythmischer Sportgymnastik werden wach; würden sie dabei nur nicht so todernste Gesichter machen.

Aber worum geht es hier denn überhaupt? Es beginnt mit dem Einlesen in die Geschichte der beiden Rivalen Jonathan Joestar (JoJo) und seinem nicht blutsverwandten, von Grund auf bösen Bruder Dio Brando. Es geschehen einige üble Dinge zwischen den beiden, dann folgt ein Zeitsprung von sieben Jahren. JoJo hat eine uralte Ritualsteinmaske im Haus gefunden, die, bei Berührung mit Blut, dem Träger Stacheln in das Gehirn bohrt. So etwas will erforscht sein! Dann geschehen wieder einige üble Dinge zwischen ihm und Dio und es kommt zur großen Gegenüberstellung, in der Dio wegen versuchtem Mordes festgenommen werden soll.

*Dann beginnt der spannende Teil der Geschichte. Somit nun ein paar Spoiler.* Dio hat zwischenzeitlich das Geheimnis der Steinmaske durch Versuch am lebenden – und danach nicht mehr lebenden – Subjekt ergründet und trägt sie bei sich. Er wendet sie auf sich an und wird zum halbgottähnlichen Vampir. JoJo und einige Kameraden kommen gerade mit dem Leben davon, doch harte Kämpfe liegen vor ihnen.

Nächster Punkt: Die herrlich bizarren Kampftechniken. JoJo lernt für den Kampf gegen Dio eine Technik genannt „Ripple“. Sie beruht allein auf richtiger Atmung und erhöht die Regeneration, macht deutlich stärker, kann Lebewesen beeinflussen und sonnengleiche Energie erzeugen um Vampire zu schmelzen. Auf Vampirseite zählt zu meinen Favoriten das Verschießen von Augapfelflüssigkeit unter derart hohem Druck, das alles im Weg fortan ein Loch in sich trägt. Aber das ist auch nur die Spitze des Eisbergs.

JoJo's Bizarre Adventure

Eine sehr schöne Eigenart der Geschichte ist, dass mit jedem großen Arc ein neuer JoJo die Hauptrolle übernimmt. Von Generation zu Generation geht es weiter: Jonathan, Joseph, Jotaro …Mit der Einführung der „Stands“ bei Jotaro driftet es leider etwas in Richtung generischer Kampfmanga ab und weist Längen in der Erzählung auf, bleibt aber trotzdem annehmbar.

Der Zeichenstil könnte einige abschrecken. Doch der Manga ist gut, die Geschichte ist gerade die ersten beiden Arcs über spannend und die verschiedenen JoJos spüren sich jedesmal wie ein wichtiger Neubeginn an. Prädikat: Auf eine bizarre Art und Weise recht gut.