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Occasional Review of Strange Manga #14: I Am a Hero

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I Am a Hero

Vorweg ein Hinweis, was mir nach Verfassen des Artikels auffiel: Das hier ist gar kein Review, sondern eine Charakterisation der Hauptfigur geworden. Sehr spoilerfrei allerdings.

Protagonist Hideo ist 35 Jahre alt und arbeitet als Assistent für einen Manga-Zeichner. Für sehr kurze Zeit hatte er selbst auch einen veröffentlichten Manga und versucht nun, seinen Weg zurück in die Publikation zu finden – ein schweres Unterfangen. Die vorrangigste Kritik an seinen Entwürfen ist, dass die Hauptfigur sich nicht wie eine Hauptfigur anfühlt. Genau hier beginnt die Faszination von I Am a Hero.

Nach ein paar Kapiteln, in denen der Leser Hideo und sein Umfeld kennen lernt, wird langsam der Vorhang für die eigentliche Geschichte aufgezogen. Wir begleiten ihn bei seiner Flucht durch ein aufwallendes Zombie-Mayhem. Yep, an diesem Punkt sind wir nun also: Zombie-Horror und explizite Gewaltdarstellung. Gewalt wird aber nicht wie im Blutrausch gefeiert und ausgekostet, sondern ist notwendiger Bestandteil der Handlung um den Irsinn und Ernst der Lage verständlich zu machen.

Dabei ist Hideo keine Person, mit der man sich als Leser identifizieren möchte. Er ist kein offensichtlicher Held. Im Gegenteil: Er wirkt körperlich schwach, ist mental oft mit der Situation überfordert und springt nicht dazwischen, wenn um ihn herum Menschen sterben. Er versucht sich einzureden ein Held zu sein und dann auch so zu handeln, aber beim ersten Blick sieht man schon, dass er kein Held ist und er sich noch lange auf diese Weise selbst belügen muss, bis es vielleicht doch einmal Wahrheit wird. Mit so einem Protagonisten, der kaum besser als Nebencharakter xy ist, möchte man sich nicht identifizieren. Aber hier liegt das Problem des Lesers: Es sollte ihm klar sein, dass er dieser Figur entspricht. Er wäre in dieser Situation auch kein Held; er wäre wie Hideo. Vielleicht aus diesem Grund ist man beim nächsten Kapitel dann auch ein klein wenig stolz auf ihn, wenn er immer noch lebt und seine Beine ihn weiter durch den Wahnsinn tragen.

Occasional Review of Strange Manga #13

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5

Tonnura-san

Tonnura-san ist ein dicker Kater mit einem verdächtigen Gesicht. Ich würde dem Burschen ja keinen Meter weit trauen, aber eine Familie nimmt – nach etwas Hin und Her – das heimatlose Tier bei sich auf, nachdem die jüngste von drei Schwestern es angeschleppt hat. Schwierig­keiten mit der strengen Mutter weiß Tonnura mit einer hocherregenden Fellstreicheleinheit aus dem Weg zu räumen. Tonnura kann zudem sprechen, womit sich die Leute recht schnell abfinden.

Bisher stehen erst 3 Kapitel zum Lesen bereit, doch das ist genug um der Geschichte den Stempel „Strange“ aufzudrücken – am liebsten direkt in Tonnuras gehässige Visage – und eine kleine Empfehlung auszusprechen. Auch wenn ich in dem Manga eher wenig Potenzial sehe, gestaltet er sich recht lustig und ich möchte wissen, was dieser verdächtige Kater noch alles anstellt. Ich weiß, dass er böse ist! Früher oder später wird er sich verraten!

Tonnura-san

Monthly Review of Strange Manga #12

Anime & Manga
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Legend of Koizumi

In der Welt von The Legend of Koizumi (Mudazumo Naki Kaikaku) sind Politik und Mahjong eng verstrickt. Hauptgestalt ist der japanische Ministerpräsident Junichiro Koizumi, wie er in aufreibenden Spielen gegen Führer anderer Länder kämpft. Dabei gilt der scheinbar akzeptierte Grundsatz: Betrügen ohne aufzufallen ist okay. Es ist auch okay, wenn man auffällt, es aber spektakulär genug umsetzt; sich dabei zum Beispiel bald selbst einäschert.

Zu den ersten Gegnern gehören: George W. Bush, „Papa“ Bush Senior, Kim Jong-Il und ein ziemlich cooler Putin. Doch ist das alles nichts weiter als ein Auftakt zu einer wahren Bedrohung, die sich jahrelang auf dem Mond eine Basis aufgebaut hat und nun zurückkehrt:

Legend of Koizumi

Ach ja, Papst Ratzinger als Mahjong-Überkämpfer ist auch dabei.

Ich habe von Mahjong keine Ahnung und das braucht man bei The Legend of Koizumi auch nicht. Hier geht es um den Oha-Effekt, wenn wieder eine aktuelle politische Gestalt auftaucht und eine fiktive Mahjong-Attacke herausbrüllt: Siberian Express! Blitzkrieg! Rising Sun!

Monthly Review of Abnormal Manga #11

Anime & Manga
3

Medaka Box

Medaka Box beginnt damit, das Schülerpräsidentin Medaka Kurokami ihrem Wahlver­sprechen folgend einen Kasten einrichtet, in den Schüler Zettel mit Anliegen einwerfen können – die Medaka Box. Keine Aufgabe scheint unmöglich, nicht zuletzt durch die Hilfe ihres Freundes seit Kindheitstagen: Zenkichi Hitoyoshi, der von ihr mit reingezogen wurde. Was der Geschichte den besonderen Dreh gibt: Medaka ist das, was man als „abnormal“ bezeichnet. Ihre körperlichen Leistungen sind überragend und kann sie etwas noch nicht, lernt sie es durch bloßes anschauen.

Dann geschah mit dem Manga etwas, was nur auf ein drohendes Cancelation-Ende mangels Leserstimmen zurückzuführen ist: Er entwickelte sich zum Battle-Manga. Die Gegner sind ein Trupp Schüler mit ebenfalls abnormalen Fähigkeiten, die in der Klasse 13 gebündelt Teil des sogenannten Flask-Plans des nicht ganz koscheren Schuldirektors sind. Der Plan muss gestoppt werden, Medaka nimmt sich der Sache an und zieht dabei noch Normal-Mensch Zenkichi mit rein.

Medaka Box

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Monthly Review of Strange Manga #9

Anime & Manga
3

JoJo's Bizarre Adventure

Im Namen von JoJo’s Bizarre Adventure steckt bereits eine gute Beschreibung. Der Manga ist bizarr auf vielen Schichten, angefangen beim Zeichenstil: Zeichner und Autor Araki gibt sich viel Mühe, möglichst viele Details reinzupacken – seien es die Klamotten der Protagonisten, ein Essensgericht oder eine übelaussehende Fleischwunde. Da ist ein Anspruch auf realisitische Darstellung. Der dann aber wieder komplett zerstört wird dadurch, wie sich die Charaktere bewegen – Assoziationen mit Ballett, Modesteg und rhythmischer Sportgymnastik werden wach; würden sie dabei nur nicht so todernste Gesichter machen.

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