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sebadorn | blog

Kapitel „Zähne“ abgeschlossen

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Positioner

Dr. B: „Sebastian, du brauchst dann nicht mehr zu kommen.“
Seba: „Gar nicht mehr?“
Dr. B: „Ja. Den Positioner trägst du weiterhin nachts und das war es.“
Seba: „Ah, okay. Und wie lange? Den Rest meines Lebens?“
Dr. B: „Nah, so die nächsten vier, fünf Jahre.“
Seba: „Okay.“

Er hat auch gar nicht gebohrt! Es wurde noch nicht einmal ein Abdruck gemacht! *puh* Ich hasse Abdrückeanfertigen. Ja, damit dürfte die Behandlung abgeschlossen sein. Nur noch weiterhin nachts die Positioner tragen – das ist gar nichts. Stört nicht, ist nicht unangenehm und schützt, sollte ich jemals mit nächtlichem Zähneknirschen anfangen.

Es war ein Weg voller Leiden, begonnen in frühen Kinderjahren …
Dramatik beiseite – Es war nicht immer toll, aber auch nicht immer scheiße.

Angefangen hat es mit losen Spangen. Ich weiß noch meine erste: Die war aus einem Stück (und grün) und ich konnte sie nicht von Anfang an drin lassen, da mir schlecht wurde. Später bekam ich dann zweigeteilte Spangen.

Dann war da noch so ein Headgear-Monster oder auch Außenspange genannt. Ein Glück war ich ein kleines Kind, das sich noch nicht über Äußerlichkeiten Gedanken gemacht hat.

Danach lange Zeit nichts und dann: Brackets. Irgendwie konnte ich es doch nicht vermeiden. Die ersten Tage, vielleicht sogar Wochen waren schlimm, das sage ich unverblümt. Anschließend war es nur noch nervig, mit den Gummis befestigen und so. Ich habe auch nicht so fleißig getragen, wie beim KFO behauptet. ;)

Zuletzt die Positioner/Gebissschienen. Als die Brackets ab waren – in dem Augenblick habe ich mich bereits als befreit betrachtet. Schiene tragen? Pff, was ist das schon!

Der Urgroßvater

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Porträtaufnahme vom UrgroßvaterVor Kurzem habe ich entdeckt, dass meine Mutter jede Menge alte Familienbilder hat, zum Teil auch schon eingescannt, und mir dazu Geschichten erzählen kann. Wirklich unglaublich, wenn man sich so durch diese ganzen alten Aufnahmen durchblättert. Anfangs kennt man noch einige Gesichter und muss über Kleinkindbilder lachen. Mit der Zeit gerät man immer mehr ins Staunen und wundert sich, was für eine ungeheure Wirkung diese alten schwarz-weißen Bilder haben.

Auf diesem Bild zu deiner Linken siehst du meinen Urgroßvater mütterlicherseits und von der Mutter aus väterlicherseits. Da 1912 geboren, diente er im Zweiten Weltkrieg als Soldat. Beim Fotografieren bestand er darauf, nach Möglichkeit ohne Uniform abgelichtet zu werden, in normaler Alltags-Kleidung. Auf einigen Bildern, die ihn im Dienst zeigen, sieht man ihn aber auch einmal in Uniform. Aus dem Krieg kehrte er nie zurück und im Jahre 1945 1953 wurde er für tot erklärt (rückwirkend zum 31. Dezember 1945). Was aus ihm wurde, weiß scheinbar niemand.
Urgroßvater mit Kameraden.